"Dentale Potenziale – angestellt oder selbstständig?"

Wie fällt sie aus – die kluge, treffsichere Entscheidung in einer dynamischen Welt voller Möglichkeiten? Um Zahnärztinnen und Zahnärzten wirklich hilfreichen Support in ihren Abwägungen zu bieten, haben drei Spezialisten die Köofe zusammengesteckt und ein innovatives Format konzipiert: Am 23. und 24. September 2022 veranstalten die KlapdorKollegen Academy, diwium und die Haranni Academie unter dem Titel "Dentale Potenziale – angestellt oder selbstständig?" in Düsseldorf ein Orientierungsforum, das unterschiedliche Karrierewege ebenso praxisnah wie persönlichkeitsorientiert beleuchten wird.

In dem dzw-Interview stellen Maike Klapdor, Geschäftsführerin der KlapdorKollegen Academy, Alexander Schmitt, diwium-Geschäftsführer, und Christiane Fork, Leiterin der Haranni Academie, die Veranstaltung und damit verbundene Zielrichtungen vor.

Sie haben Ihre Veranstaltung als Orientierungsforum betitelt. Wie genau kreisen Sie Ihre Zielgruppe ein? Haben Sie eine Altersgrenze im Kopf?

Maike Klapdor: Nach dem Motto: Jenseits des 35. Lebensjahres könnte man aus unserer gedachten Zielgruppe herausfallen? Auf gar keinen Fall! Bei uns ist jede und jeder willkommen. In jedem Alter können sich zentrale Fragen nach dem weiteren Weg stellen. Gerade jetzt, wo sich die beruflichen Chancen breiter spreizen und zunehmend erkannt wird, wie bereichernd es ist, den Blick auch mal nach innen auf die eigenen Bedürfnisse zu richten, sind Orientierung und Austausch wertvoll. Wer für sich den Raum der Möglichkeiten ausleichten möchte, ist bei uns richtig und herzlich willkommen.

Sie drei sind Veranstalter des neuen Formats "Dentale Potenziale – angestellt oder selbstständig". Können Sie uns Ihre jeweilige Motivation näher erläutern?

Alexander Schmitt: Zahnärztinnen und Zahnärzte bieten sich heutzutage die unterschiedlichsten Karrierewege im Angestelltenverhältnis. Dem gegenüber lockt die Existenzgründung in Form einer Übernahme, einer Neugründung oder als Einstieg in eine Berufsausübungsgemeinschaft. Bei menen Beratungsgesprächen schauen wir uns alle Möglichkeiten an, die sich in den jeweiligen Regionen bieten. In den meisten Fällen liegt bereits eine längere Anstellungszeit hinter den Zahnärztinnen und Zahnärzten, und die Ziele für die Existenzgründung sind klar definiert. Bei einigen Gesprächen kristallisiert sich allerdings heraus, dass zwar der Wunsch nach einer eigenen Praxis vorhanden ist, die Annehmlichkeiten im aktuellen Job aber doch auch gerne weiter in Anspruch genommen werden möchten. Hier wollen wir mit unserem Orientierungsforum ansetzen. Mit etablierten Koleginnen und Kollegen sowie Beraterinnen und Beratern, die objektiv die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten aufzeigen.

Klapdor: Mit der essenziellen Fragestellung "Will ich angestellt arbeiten oder selbstständig sein?" befasst sich fast jede Zahnärztin und jeder Zahnarzt im Laufe des Berufslebens. Oft auch mehrfach. Die Varianten für die zahnärztliche Berufsausübung sind so vielfältig wie noch nie. Und über all dem schwebt noch der gesamtgesellschaftliche Werteandel. Zahnärztinnen und Zahnärzte innerhalb dieser Komplexität wirklich erkenntnisreiche Inspiration und einen Beitarg zu fundierter Entscheidungsfindung bieten zu können – das ist für uns innerer ANtrieb und sinnstiftende Motivation.

Christiane Fork: Als gute Gastgeber sind wir bei uns in der Academie sehr nah an unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern dran und erfahren in unseren Gesprächen neben den rein fachspezifischen Aspekten auch vieles, was sie sonst so beschäftigt und umtreibt. Einige Teilnehmer und Teilnehmerinnen haben das für sich bereits ganz klar definiert, sind dabei, die Weichen für eine eigene Praxis zu stellen oder sie haben sich bereits niedergelassen. Andere wiederum überlegen noch, ob sie weiter im Angestelltenverhältnis bleiben oder in die Selbbstständigkeit gehen sollen. Klar zu erkennen ist, dass Orientierungsmöglichkeiten fehlen und sich die jungen Zahnärztinnen und Zahnärzte dringend Unterstützung und Austausch wünschen. Ich war deshalb sehr froh, als ich bei Maike Klapdor und Alexander Schmitt auf ähnliche Beobachtungen gestoßen bin und wir gemeinsam unser Format "Dentale Potenziale" entwickelt haben, mit dem wir Zahnärztinnen und Zahnärzten von unseren mehrdimensionalen Erfahrungen profitieren lassen können.

Welche Beobachtungen machen Sie dazu am Markt?

Klapdpr: Die Vielfalt beruflicher Chancen sind attraktiv, tragen allerdings auch Verunsicherungspotenzial in sich. Der Trend bei Berufseinsteigern ist sicherlich zunächst das fachliche Ankommen im Anstellungsverhältnis. Irgendwann öffnet sich der Blick für das, was in der Rolle als Praxisinhaberin oder Praxisinhaber außer Zahnmedizin noch alles zu können und zu tun ist, und der persönliche Abwägungsprozess setzt ein. Oft auch beeinflusst vom sozialen Umfeld: Was machen die Kommunikationen, gibt es Erwartungshaltungen oder Ideen aus der Familie, und so weiter. Es geht dann in die Entscheidungsphase – will ich tatsächlich eigenverantwortlich die eigene Praxis, also das ganze Paket? Oder lieber nicht? Oder habe ich die Praxis womöglich schon und stelle fest, das passt für mich eigentlich gar nicht. Es geht ja in bide Richtungen. Der Respekt vor Management- und Führungsaufgaben ist bei Zahnärztinnen nd Zahnärzten mehrheitlich groß. Und das auch zu Recht, denn die erfolgreiche, zukunftsfähige Praxis ist kein Selbstläufer. Ein spannendes Feld.

Schmitt: Der Markt ändert sich rasant. Es gibt immer mehr größere Strukturen von Zahnarztpraxen, nicht nur MVZs, sondern auch immer mehr inhabergeführte Praxen mit mehreren angestellten Zahnärztinnen und Zahnärzte. Dies ermöglicht heutzutage völlig neue Karrierewege, wie sie vor einigen Jahren noch nicht vorhanden waren. Die Chancen bieten sich aber auch in immer mehr Praxisabgaben, die auf den Markt kommen. Hier können mittlerweile auch durchaus größere und umsatzstarke Konstukte erworben werden. Dagegen finden kleinere Praxen, pbwohl sie gerade optimale Arbeitszeitmodelle und günstige Übernahmepreise bieten, kaum noch Abnehmer – trotz attraktiver Gewinnlage.

Fork: Unser Fortbildungspublikum spiegelt exkt diese Marktbeobachtungen wider. Hatten wir noch vor einigen Jahren überwiegend Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus eher kleineren und mittleren Praxen, so sind es mittlerweile vielfach die großen Praxen und MVZs, für die wir als Academie zu einer festen Komponentein den Qualifizierungsprozessen geworden sind. Wir haben langjährige Kundenbeziehungen, wo wir bereits die zweite Generation bei uns fortbilden dürfen und sehen, dass Töchter und Söhne in die elterlichen Praxen einsteigen, sukzessive übernehmen und neu gestalten. Die große Zahl an angestellten Zahnärzten und Zahnärztinnen, die wir heute regelmäßig haben, hat es allerdings so im Vergleich vor einigen Jahren definitiv nicht gegeben.

Wie ist die Veranstaltung organisiert?

Fork: Für unser Orientierungsforum haben wir zwei Tage angesetzt, die ein abwechslungsrecihes Programm bereithalten. Wir starten am Freitagnachmittag mit Vorträgen, die die Perspektive der zahnärztlichen Berufs- und Karrierewege aufmachen. Im Anschluss daran lassen wir bei unserer Podiumsdiskussion drei in sehr unterschiedliche Positionen etablierte Zahnärztinnen und Zahnärzte zu Wort kommen und erfahren von ihnen die Beweggründe für ihre jeweiligen Berufs- und auch Lebensentscheidungen. Beim gemeinsamen Abendessen und danach möchten wir unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie Referentinnen und Referenten die Gelegenheit bieten, sich kennenzulernen und in den vertieften Austausch zu kommen. Am Samstag gehen wir direkt in den Workshop-Modus und werden in kleinen Gruppen ganz intensiv Fokusthemen und Detailpespektiven bearbeiten. Aus den angebotenen Workshops wählen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils drei aus und stellen sich so ihr eigenes Programm zusammen. Zentrale Ereignisse daraus werden wir dann in einem abschließenden Wrap-up am Nachmmittag noch einmal im Plenum vorstellen.

Frau Klapdor, Herr Schmitt, Sie übernehmen auch Workshops bei der zweitägigen Veranstaltung. Welche Themen werden Sie mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen bearbeiten?

Klapdor: Wir haben drei Workshops konzipiert: Wer genauer wissen möchte, ob die Position der zahnärztlichen Leitung in einer Großpraxis zum eigenen Profil passen könnte, profitiert von den Impulsen von Dr. Ursula Schönleber als sehr erfolgreich leitender angestellter Zahnärztin der MVZ Zahnorama GmbH. Dr. Till Brauckmann ist seit einigen Jahren niedergelassen im Münsterland und gibt Einblicke in seinen Weg der Persönlichkeitsentwicklung, seine unternehmerische Zielstellung wie in seine aktive digitale Präsenz. Mit einem dritten Format verschaffen wir Workshop-Teilnehmerinnen- und -teilnehmern die Möglichkeit einer kleinen Introspektion; also den eigenen Bedürfnissen, Werten und persönlichen Motivatoren genauer auf die Spur zu kommen, um diese Erkenntnisse für tragfähige Zukunftsentscheidungen zu nutzen.

Schmitt: Wir werden in einem Workshop ohne Vorbehalte das Für und Wider des Angestelltenverhältnisses und der Selbstständigkeit darstellen. Von der berühmt-berüchtigten Work-Life-Balance zur 60-Stunden-Woche der Existenzgründerinnen und Existenzgründer. Wir werden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erarbeiten, wie weit sie bereit sind, ein unternehmerisches Risiko einzugehen oder lieber doch der Sicherheit und der Familienfreundlichkeit den Vorzug zu geben. Anhand von Benchmarks werden auch die finanziellen Aspekte detailliert mit den Beteiligten ausgearbeitet. Auf Wunsch auch mit den eigenen Zahlen, die die Zahnärztinnen und Zahnärzte gerne mitbringen können.Der zweite Workshop wird die juristischen Aspekte der Existenzgründung beleuchten. Gemeinsam mit Johann Kalläne, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht, werden wir praxisnahe Beispiele aus Gründungen und Übernahmen der letzten Jahre aufzeigen. Hier werden wir die Vor- und Nachteile der möglichen Existenzgründungsformen darstellen und auf die häufigsten Fehler eingehen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können hier alle Fragen stellen, die sie zu den unterschiedlichsten Konstellationen haben.

Worauf können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch gespannt sein?

Klapdor: Natürlich auf den persönlichen Austausch untereinander. Das ist bei jeder Präsenzfortbildung ein gewaltiges Plus.

Schmitt: Eine objektive Sicht auf zwei völlig unterschiedliche Formen zu gewinnen, seinen Traumberuf ausüben zu können. Der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet werden die Formen der Berufsausübung in neue Bahnen lenken und /oder vorhandene Pläne und Modelle festigen. Seien Sie gespannt auf eine neue Perspektive auf Ihrem Beruf.

Fork: Wir wollen Möglichkeiten des kollegialen Austauschs schaffen, verschiedene Modelle vorstellen, die gleichwertig nebeneinander existieren und alle ihre Berechtigung haben und erfüllende Berufsperspektiven sein können. Wir legen bei unserem Format großen Wert auf das Miteinander auf Augenhöhe und werden unser Bestes geben, unsere jeweiligen Expertisen für unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzbar zu machen.