„Wir betrachten immer das Tandem Abgeber und Übernehmer“

Um Praxisabgeber optimal zu begleiten, werden CGM und die Haranni Academie am 22. Mai 2021 erstmalig am Academie-Standort in Herne mit ihren Kooperationspartnern ein Format aus der Taufe heben, das die unterschiedlichsten Facetten von Praxisabgaben in den Blick nimmt. Einer der Kooperationspartner ist das Deutsche Zahnärztliche Rechenzentrum (DZR). Im dzw-Interview erläutert Geschäftsführer Thomas Schiffer das DZR Konzept der Praxisabgabe- Begleitung.

Im kommenden Mai veranstaltet die Haranni Academie gemeinsam mit der Compugroup (CGM) eine Veranstaltung zum Thema Praxisabgabe. Was war Ihre Motivation, daran teilzunehmen?

Thomas Schiffer: Wir sehen und hören täglich von unseren Kunden, dass das Thema Praxisabgabe allgegenwärtig ist. In den nächsten Jahren erwarten wir eine steigende Anzahl von Praxisübergaben, aber leider auch Praxisschließungen. Oftmals fühlen sich Praxisabgeber allein gelassen und wissen nicht, wie und wann sie eine Übergabe vorbereiten sollen. Bei dieser Veranstaltung rund um die Praxisabgabe erhalten die Teilnehmer zahlreiche und wichtige Informationen zu rechtlichen und steuerlichen Themen. Was muss ich beachten um Fehler zu vermeiden? Welche Art der Abgabe ist für mich die richtige? Wieviel ist meine Praxis wert? Was kann ich schon heute vorbereiten? Was passiert mit meinem Patientenstamm bei der Übernahme? Wie funktioniert ein reibungsloser Übergang des Praxisteams und wie laufen die administrativen Prozesse weiter? Wer regelt die offenen Rechnungen und Teilzahlungen der „Altpatienten“? Insbesondere beim letzten Punkt können wir als Factoring- beziehungsweise Abrechnungsdienstleister einen sehr wichtigen Beitrag und zusätzliche Sicherheit leisten. Auf der Veranstaltung erfahren die Teilnehmer beispielsweise auch, wie das DZR bei der Nachfolgersuche hilft und wie das spezielle Praxisabgabe-Factoring dafür sorgt, dass alles rund um Ausfallschutz, Patientenübergang und sichere Liquidität auch in der Übergangsphase reibungslos läuft.

Was sind aus Ihrer Sicht die häufigsten Fehler bei der Praxisabgabe?

Thomas Schiffer: Ich denke, dass sich viele Inhaber nicht rechtzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Für eine erfolgreiche Nachfolgersuche und einen sehr guten Verkaufspreis und sollte man zwei bis Jahre im Voraus beginnen, um sich selbst als auch die Praxisabgabe zum Wunschtermin der Abgabe ordentlich vorbereiten zu können. Unsere Erfahrung zeigt, dass hier viel zu kurzfristig gedacht oder gehofft wird. Man sollte sich rechtzeitig bewusst werden, wo die eigene Praxis steht und wie man mit einfachen Dingen die Attraktivität der eigenen Praxis für Interessenten steigern kann.

Welche strategischen Maßnahmen können Sie aus Ihrer Sicht empfehlen? Was können Praxisinhaber zur Verbesserung ihrer Praxiswirtschaftlichkeit tun?

Thomas Schiffer: Am Anfang sollte eher eine persönliche Abwägung stehen. Möchte ich zum Beispiel noch weiter als angestellter Zahnarzt oder Partner in der Praxis arbeiten oder gleich komplett aussteigen? Die Liste zu Verbesserungsmöglichkeiten der Wirtschaftlichkeit ist meist sehr lang. Konzentrieren sollte man sich auf die größten Hebel. Meiner Meinung nach sind das die Abläufe der Hauptprozesse in der Praxis, falls vorhanden das Eigenlabor, das Patientenmanagement und vor allem die gesamte Abrechnung. Für mich liegen in der „lückenlosen Dokumentation für die Abrechnung ohne Lücken“ die größten und schnellsten Hebel. Hierbei kann das DZR rasch helfen und die Wirtschaftlichkeit der Praxis vor der Abgabe beziehungsweise vor dem Verkauf einfach und schnell verbessern. Im Bereich der Abrechnung haben wir mit Sicherheit einiges zu bieten. Das vom DZR empfohlene deutschlandweite Abrechnungsnetzwerk DanPro.net bietet vor Ort von der GOZ, GÖÄ, Bema bis hin zu BEL, BEB für das gesamte Praxisteam individuelle Coachings, Tools und Dienste für alle Abrechnungsbereiche an. Die DZR Komplexdatei und Leistungsketten Zahntechnik runden unser Angebot ab. Das mächtige Tool DZR HonorarBenchmark ergänzt durch den direkten Vergleich der eigenen Abrechnungsziffern der Praxis mit anonymisierten Praxisgruppen in der Region die Chancen zur Abrechnung ohne Investitionskosten. In Z1 und Evident ist ein DZR-Faktorencheck bereits direkt in der Praxissoftware integriert.

Wie begleitet das DZR Praxisabgeber und unterstützt sie langfristig?

Thomas Schiffer: Wir betrachten immer das Tandem aus Abgeber und Übernehmer. Damit wir den Anforderungen beider Parteien bestmöglich gerecht werden, haben wir das spezielle DZR-Praxisabgabe-Factoring (dzr. de/praxisabgabe-factoring) entwickelt. Neben sehr attraktiven Konditionen und persönlicher Betreuung des Abgebers und des Nachfolgers bieten wir in diesem Paket eine zusätzliche Auswahl an sinnvollen Tools, Diensten und Akademieleistungen an.

Eine Frage zum Abschluss zur aktuellen Situation: In Pandemie-Zeiten gibt es in den Zahnarztpraxen große Unterschiede in der zahnmedizinischen Privatliquidation. Wie sieht die DZR-Analyse zu regionalen Umsatzeinbrüchen aus?

Thomas Schiffer: Die Auswertung für das Gesamtjahr laufen gerade. Das 1. Halbjahr  2020 haben wir bereits detailliert analysiert. Zahnmedizinische Praxen verzeichneten im ersten Halbjahr 2020 in weiten Teilen Deutschlands Umsatzrückgänge im Privatbereich. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 in Deutschland ist das ein Rückgang um 5,2 Prozent. Im Saarland gab es den größten Einbruch mit einem Minus von 12,4 Prozent. Gravierend waren die Einbrüche auch in Mecklenburg-Vorpommern (minus 12,1 Prozent) sowie in Baden-Württemberg (minus 7,2 Prozent). Weniger Differenz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zeichnete sich in Norddeutschland ab: So wurde laut DZR-HonorarBenchmark-Analyse in Schleswig- Holstein ein Rückgang von nur 1,8 Prozent der zahnmedizinischen Privatliquidation gemessen. Lediglich im Osten Deutschlands konnten Zahnarztpraxen den Umsatz steigern: Sachsen (plus 0,8 Prozent), Berlin (plus 2,3 Prozent), Brandenburg (plus 2,8 Prozent) und Sachsen-Anhalt sogar um plus 6,0 Prozent. Viele Praxen mussten durch den starken Rückgang insbesondere bei der Professionellen Zahnreinigung hohe Liquiditätseinbrüche für einige Monate überbrücken. Dies ist eindeutig ein Pandemie-Effekt.